Donnerstag, 9. September 2010



Erlebnisbericht Talentwettbewerb

1978 stand ich das erste Mal auf einer Bühne, aber es war nicht irgendeine Bühne. Nein es musste gleich die Bühne der Westfalenhalle sein.
So fing alles an:

Mein Bruder Werner, der schon jahrelang in einer mehr köpfigen Band spielte brachte mir nach und nach das Gitarre spielen bei und wir übten uns auch eigene Titel ein, die er selbst geschrieben und komponiert hat. Na was soll ich sagen? Mein älterer Bruder wollte mir halt was bei bringen.

Anfang des Jahres 1978 schrieb eine große Tageszeitung ein Inserat, in dem sie junge Künstlern aufforderte, ihre Tapes zu schicken, für ein zu der Zeit grössten Talentwettbewerb im Ruhrgebiet. Da unsere ganze Familie musikalisch war bestand unsere Mutter darauf, dass wir uns auch als Familie dort bewarben. Aber die anderen Geschwister trauten sich nicht. Nur mein Bruder und ich, nahmen all unseren Mut zusammen und schickten das Ton und Textmaterial dorthin. Glaubten aber eigentlich nicht daran, dass gerade wir auch da teilnehmen durften.

Knapp 8 Wochen später kam ein Brief der besagten Tageszeitung mit der Aufforderung ihnen auch das Notenmaterial zukommen zu lassen, da wir in die engere Auswahl gerutscht waren. Nach weiteren 4 Wochen erhielten wir die Bestätigung "Wir sind dabei!". Mein Bruder und ich konnten es kaum glauben, hatten wir doch mit einer glatten Absage gerechnet.

Gut ein viertel Jahr später sollten wir in der Westfalenhalle vor 3000 Menschen singen.

Als der Tag dann gekommen war wurde ich richtig nervös. Ich glaube sowas nennt man Lampenfieber. Schon morgens um 7 Uhr konnte ich vor lauter Aufregung schon nicht mehr schlafen, obwohl die Veranstaltung erst Abends um 19 Uhr begann. Mein Bruder hingegen hatte zu diesem Zeitpunkt die Ruhe weg. Ich konnte es gar nicht verstehen, dass ein Mensch an so einem Tag so lange schlafen konnte. Nachmittags um 16 Uhr fuhren wir dann endlich los. Unsere Eltern hatten uns begleitet. In der Halle trennten sich dann unsere Wege. Die Eltern gingen in den Zuschauerraum und wir in den Backstage-Bereich, in dem schon einige der anderen Künstler ganz ungeduldig auf ihren Auftritt warteten.

Endlich war es 19 Uhr und die ersten wurden erlöst und durften auf die Bühne. Ich stand da, schaute mir hinter dem Bühnenvorhang alles an und wurde immer aufgeregter. Ich konnte an allen Stellen meines Körpers meinen Herzschlag fühlen, am meisten in meine Hose, in dem mein Herz gerade gerutscht war. Alles was ab da geschah lief für mich wie in einem Film ab. Irgendwann hörte ich unsere Namen und das bedeutete nur noch wenige Sekunden und es ging los.

Die kleine Treppe hinauf zur Bühne hatte nur 5 Stufen, nur irgendwie hatte ich das Gefühl sie nimmt gar kein Ende. Oben angekommen befanden wir uns nun auf dieser Bühne, die alles für uns bedeuten konnte. Wir steckten unsere Gitarren an, gingen nach vorne zu den Mikrofonen und fingen an zu spielen und zu singen. Ich versuchte die ganze Zeit das Publikum zu sehen, doch die Scheinwerfer die auf uns gerichtet waren, waren so grell, dass man fasst nichts erkennen konnte. Plötzlich als wir die ersten Takte gespielt hatten, merkte ich wie ich immer ruhiger wurde, aber ich dafür eine Nervosität bei meinem Bruder fest stellen konnte. 3 Minuten später war schon alles vorbei. Jetzt wurde das Licht auf uns dunkler und wir sahen 3000 Menschen, die uns applaudierten. Der Moderator des Abends verabschiedete uns erst einmal, unter Applaus konnten wir die Bühne verlassen.

17 andere Künstler und Bands nahmen außer uns noch an diesem Talentwettbewerb teil. Als wir diese hörten, hatten wir nicht damit gerechnet irgend einen der oberen Platzierungen zu erreichen. Da nach unserer Meinung sehr gute Künstler dabei waren. 3 Stunden später kam ein Jury Mitglied der Tageszeitung zu uns und teilte uns mit, dass wir noch einmal auf die Bühne mussten. Mein Bruder und ich schauten uns nur an und wir konnten es gar nicht fassen. Wir wussten die besten 5 Künstler/ Bands waren im Finale.

Alle Finalisten wurden gleichzeitig auf die Bühne bestellt. Dann verkündete der Moderator die Ergebnisse und fing mit dem 5. Platz an. Wir wollten gerade schon einen Schritt nach vorne machen. Doch es fiel zuerst ein anderer Name und die Spannung stieg. Endlich beim Platz 2 hörten wir unsere Namen und wir konnten es gar nicht fassen. Wir erhielten eine Urkunde, einen kleinen Geldbetrag und einen riesen Applaus des Publikums. Nur schade war es, dass wir dann nicht den 1. Platz erreicht haben, dass hätte sich gelohnt. Es war immerhin ein Schallplattenvertrag, der EMI Plattenfirma. Aber es sollte nicht sein. Im Endeffekt konnten wir froh über das sein, was wir erreicht haben. Insgesamt haben sich bei diesem Wettbewerb über 5000 Leute beworben und wir waren im Finale. Einfach ein schönes Gefühl.

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    Avatar von IngeInge Infos einsehen
    tut mir leid Herb, mit der Grafikkarte.
     
    Avatar von IngeInge Infos einsehen
    so, wieder vom Essen zurück., aus der Küche.
     
    Avatar von HerbertHerbert Infos einsehen
    ja inge leider hab ich mirheut meine grafikkarte geschossen muss erstmal ersatz besorgen da alles auf meinem pc ist was ich brauche
     
    © by Lucky
 
 
 

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